Was ist eine Pre-IPO-Platzierung?
Eine Platzierung vor dem Börsengang (Pre-Initial Public Offering, IPO) ist ein privater Verkauf großer Aktienblöcke, bevor die Aktie an einer Börse notiert wird. Die Käufer sind in der Regel Private-Equity-Unternehmen, Hedgefonds und andere Institute, die bereit sind, große Anteile an dem Unternehmen zu kaufen.
Aufgrund des Umfangs der getätigten Investitionen und der damit verbundenen Risiken erhalten die Käufer bei einer Pre-IPO-Platzierung in der Regel einen Rabatt auf den im Prospekt für den Börsengang angegebenen Preis.
Grundlegendes zur Pre-IPO-Platzierung
Aus Sicht eines jungen Unternehmens ist ein Pre-IPO-Placement eine Möglichkeit, Geld zu sammeln, bevor es an die Börse geht. Dies ist auch eine Möglichkeit, das Risiko auszugleichen, dass sich der IPO-Preis als optimistisch erweist und der Preis nicht unmittelbar nach seiner Eröffnung steigt.
Die zentralen Thesen
- Eine Pre-IPO-Platzierung ist ein Verkauf von großen Aktienblöcken in einem Unternehmen vor dessen Börsennotierung. Der Käufer erhält die Aktien mit einem Rabatt vom IPO-Preis. Für das Unternehmen ist die Platzierung eine Möglichkeit zur Erhöhung finanzieren und das Risiko ausgleichen, dass der Börsengang nicht so erfolgreich verläuft, wie erhofft.
Aus Sicht des Käufers kann der Betrag pro Aktie vom erwarteten IPO-Preis abgezinst werden, es gibt jedoch keine echte Garantie für den Preis pro Aktie, den der Markt tatsächlich zahlen wird. Tatsächlich wird der Kauf in der Regel ohne Prospekt und ohne echte Garantie für die Börsennotierung getätigt. Der abgezinste Preis ist ein Ausgleich für diese Unsicherheit.
Nicht viele Einzelinvestoren nehmen an Pre-IPO-Platzierungen teil. Sie sind in der Regel auf 708 Anleger beschränkt, wie die IRS sie nennt. Hierbei handelt es sich um vermögende Privatpersonen mit ausgefeilten Kenntnissen der Finanzmärkte.
Das Unternehmen möchte jedoch nicht, dass diese privaten Käufer sofort alle ihre Aktien verkaufen, wenn ihre Aktien steigen, sobald sie an einer Börse eröffnet werden. Um dies zu verhindern, ist in der Regel eine Sperrfrist mit der Platzierung verbunden, die den Käufer davon abhält, kurzfristig Aktien zu verkaufen.
Ein Beispiel für die Platzierung vor dem Börsengang
Viele Investoren freuten sich über den bevorstehenden Börsengang der Alibaba Group, dem in China ansässigen E-Commerce-Konglomerat, als bekannt gegeben wurde, dass sie im September 2014 als BABA an der New York Stock Exchange notiert sein wird.
Vor seinem öffentlichen Debüt eröffnete Alibaba eine Pre-IPO-Platzierung für große Fonds und vermögende Privatinvestoren. Einer der Käufer war Ozi Amanat, ein in Singapur ansässiger Risikokapitalgeber. Er kaufte einen Block mit Pre-IPO-Aktien im Wert von 35 Millionen US-Dollar zu einem Preis von unter 60 US-Dollar pro Aktie und teilte die Aktien dann unter asiatischen Anlegern auf, die Verbindungen zu seinem Fonds K2 Global hatten.
Pre-IPO-Platzierungen stehen in der Regel nur vermögenden Personen offen, die über fundierte Kenntnisse der Finanzmärkte verfügen.
BABA schloss an seinem ersten Börsentag knapp unter 90 USD je Aktie. Anfang November 2019 lag der Kurs bei über 176 USD je Aktie.
Sie könnten vermuten, dass das Management von Alibaba diese Platzierung vor dem Börsengang bedauert hat. Das von Amanat und anderen Investoren gezahlte Geld stellte jedoch sicher, dass das Unternehmen vor dem Börsengang über eine angemessene Finanzierung verfügte. Dies minderte das Risiko für Alibaba, dass der Börsengang nicht so erfolgreich verlaufen würde, wie das Unternehmen gehofft hatte.
Und für Amanats Kunden hat es auf jeden Fall gut geklappt.
